Araber

„Araber“ ist nicht etwa ein Sammelbegriff für arabische Pferde aller Zuchtrichtungen, auch wenn er von Außenstehenden oft so verwendet wird. Als Rasse- oder besser, Gruppenbezeichnung dient er vielmehr als eine Art Auffangbecken für alle Arabischen Pferde, die sich nicht den großen Gruppen „Vollblutaraber“, „Shagya-Araber“, „Anglo-Araber“ oder „Arabische Halbblüter“ zuordnen lassen. Ein Araber ist, etwas salopp gesagt, ein Pferd, das nicht rein genug ist für einen Vollblutaraber, aber auch nicht genügend Fremdblut hat für einen Anglo-Araber oder ein Partbred, und sich zu dem aufgrund des (sehr geringen) Fremdblutanteils auch nicht den Shagyas zurechnen lässt. Zu den zählen heute vor allem sieben Gruppen von Pferden aus ganz unterschiedlichen Herkünften:

  • Ungarische Araber, die nicht der Definition des Shagya-Arabers entsprechen. Diese gehen auf eine Gruppe von importierten ungarischen Stuten zurück, die überwiegend Shagya-Blut führten, aber auch Lücken in der Abstammung hatten, die eine Klassifizierung als Shagya-Araber nicht zuließen.
  • Araber aus dem Libanon, Jordanien und der Türkei, deren Abstammung sich nicht einwandfrei klären ließ.
  • Nicht WAHO- anerkannte Araber aus Ägypten, die zwar dort als Vollblutaraber eingetragen sind, aufgrund nicht exakt geklärter Herkunft aber nicht von einer WAHO anerkannt wurden.
  • Pferde der russische Tersker Rasse, die eine Sonderstellung einnehmen, da sie in Deutschland verschiedenen Rassegruppen zugeordnet werden. Es gibt Tersker, die je nach Blutanteilen in Deutschland als Anglo-Araber, Partbreds, oder sogar Shagya-Araber eingetragen wurden – oder eben als Araber.
  • Araber, deren Papiere durch Kriegseinwirkungen verloren gingen und deren Herkunft sich anschließend nicht eindeutig klären ließ.
  • Nachkommen der Stute Nigra-Zscheiplitz aus dem Vorkriegsgestüt Rohlingen, vor allem aus dem ehemaligen DDR-Bestand. Die Pferde wurden ursprünglich als Vollblutaraber geführt, später dann als Araber eingestuft, als man in der Abstammung geringe Fremdblutanteile entdeckte.
  • Farbzuchten. Das sind vor allem Pintos oder Palominos mit über 90% arabischem Vollblutanteil; eine sehr kleine Gruppe, die sich aber wachsender Beliebtheit erfreut.

Mehr über das Zuchtprogramm der Rasse finden Sie bitte im Download-Bereich in unserer Zuchtbuchordnung.