GEMEINSAME HLP VON VZAP UND ZSAA IM HAUPT- UND LANDGESTÜT

Nach der Generalprobe im vergangenen Jahr fand nun die zweite Hengstleistungsprüfung vom 14.-16. September 2018 im Haupt- u. Landgestüt in Marbach statt. Auf dem idealen Gelände des Landgestüts und bei allerbesten Witterungs- und Bodenverhältnissen wurden von beiden Zuchtverbänden 11 Hengste geprüft. Vier Vollblutaraberhengste des VZAP nahmen an der Prüfung teil. Da beide Zuchtverbände ein unterschiedliches Prüfungsreglement haben, aber die Prüfungen von beiden Verbänden anerkannt sind, ist die gemeinsame Durchführung dieser Hengstleistungsprüfung an einem Standort der für das arabische Pferd steht, eine wirklich positive Entscheidung beider Zuchtverbände. Viele Module können unter gleichen Bedingungen von einer Richter- und Sachverständigenkommission abgeprüft werden, auch die Testreiter können alle Hengste in der Rittigkeit sowohl in der Dressurprüfung als auch im Parcours testen. Als Richter standen die versierten und mit besonderem Engagement für die Vielseitigkeit ausgesuchten Richter Frau Maria-Theresa Schädler und Herr Bruno Six sowie am letzten Tag Frau Iris Goedicke-Ruggaber zur Verfügung. Als Testreiter kamen Julia Schmid und Ulrich Buschmann zum Einsatz. Eine wichtige Aufgabe nahm der Tierarzt Dr. Jan-Enno Faber wahr, ihm oblag die gesundheitliche Überwachung der Hengste und die Vergabe der Konditionsnote. Die wesentlichen Unterschiede liegen in der prozentualen Gewichtung der Einzelmerkmale sowie in der Überprüfung der Konstitution (VZAP 1000 m Jagdgalopp bei 550 m/min; ZSAA 39 km Distanzritt bei 12 km/h). Die gemeinsame Durchführung spart Kosten und erhöht die Vergleichbarkeit und gleichzeitig gibt es eine aussagekräftige Prüfungsgruppengröße. Das leistungsstarke Team des ZSAA und die Helfer des Landgestüts sorgten für einen reibungslosen Ablauf unter optimalen Bedingungen. Alle Prüfungsergebnisse sind auf den jeweiligen Homepages der Verbände veröffentlicht.

Nun zu den Vollblutaraberhengsten des VZAP und ihren Leistungen:

WM Nafis, von Al Lahab a. d. Napirai, geb. 2013, aus dem HuL Marbach wurde von Eva Maria Lühr vorgestellt. Der Hengst konnte in allen Prüfungsteilen durch gute Leistungen überzeugen, wobei er überdurchschnittliche Noten in der Rittigkeit erhielt. Im Parcours gefiel er durch seine gute Manier. In der Konditionsnote konnte er sogar die Wertnote 10,0 für seine besonders schnelle Regeneration erhalten. Belohnt wurde Nafis mit einer respektablen 7,63 als Gesamtresultat. Die allerbesten Interieurwerte dieses Hengstes begeisterten Zuschauer und Teilnehmer noch einmal während der Siegerehrung im Gestütsinnenhof.

GH Basim, von Black Diamond LDA a. d. GH Abadiya, geb. 2013, gezüchtet und ausgestellt von Frank Dill, geritten von Anna Wöstefeld. Der sympatische Rapphengst, bisweilen noch etwas ungestüm in der Dressurvorstellung, zeigte ein besonderes Gleichmaß in den Grundgangarten und wusste besonders durch sein gutes Galoppiervermögen und seine Manier an den Sprüngen zu gefallen. In seiner Paradedisziplin sammelte er seine Punkte und schloss die Prüfung mit dem guten Ergebnis von 7,15 ab.
Der zweite Hengst des HuL Marbach Mamlakee, ein DF Malik Jamil Sohn aus der Maaza wurde von Fabian Hellstern vorgestellt. Solide in den Grundgangarten mit einem besonders guten Schritt ausgestattet, wurde von den Testreitern in der Dressurveranlagung deutlich überdurchschnittlich bewertet. Der typvolle Schimmelhengst, geb. 2011, hatte aber leider einen schlechten Tag erwischt.
Im Gelände zog er leicht an zwei Hindernissen vorbei und verlor dabei jeweils Punkte, so dass er zwar noch in der Zeit ins Ziel kam, aber wahrscheinlich dadurch in der Atmung aus der Ruhe kam und nicht mehr am abschließenden Jagdgalopp teilnehmen konnte. Schade für Mamlakee, aber unser jetziges Reglement sieht dann einen Ausschluss vor. An dieser Stelle sei schon die Anmerkung erlaubt, dass in der Bewertung der Prüfungsmerkmale eine Überarbeitung und evtl. eine andere Staffelung erfolgen sollte. Hier sind die Gremien gefragt, leistungsbetonte aber auch pferdegerechte Anforderungen neu zu formulieren.

Nun zu unserem Strahlemann IS Con Air, gezogen und vorgestellt durch das Gestüt Ismer in Ströhen. Er wurde durch den excellenten Berittservice des Landgestüts durch die erfahrene Reiterin Ann-Kathrin Rupp vorgestellt, da im Gestüt Ismer alle Kapazitäten auf die Vorbereitung und Durchführung der deutschen Meisterschaften in der Vielseitigkeit der Ponyreiter in Ströhen lagen, die am kommenden Wochenende auf dem weitläufigen Tierparkgelände ausgetragen wird.
Ganz nebenbei sei erwähnt, dass IS Con Air Reservesieger der Körung im Jahr 2016 war und sein Vater und Großvater überaus erfolgreiche Schausieger waren.
Hierüber kann sich auch ein Zuchtleiter ganz besonders freuen.
Im äußeren Erscheinungsbild schon ein Hingucker, was Typ und Seitenbild anbelangt, wusste er seinen Charme auch unter dem Reiter in den Grundgangarten zum Einsatz zu bringen. Der Galopp wurde von den Richtern sogar mit einer 8,5 bewertet. Besonders sicher war er sowohl im Parcours als auch an den Geländesprüngen, sein schnelles Vorderbein und die an jedem Sprung gute Bascule brachten Topnoten auf sein Konto. Mit der Gesamtnote von 7,76 war er Prüfungssieger unserer VZAP Hengste.

Fazit:
Eine aussagekräftige Hengstprüfung für Edelbluthengste, die zukünftig noch stärker angenommen werden sollte. Im Haupt- und Landgestüt Marbach haben Edelblutpferde und besonders unsere Araber eine Heimat und die Unterstützung durch die Mitarbeiter des Landgestüts ist hervorragend. Die Prüfungsbedingungen vor Ort und die Zusammenarbeit mit dem Team des ZSAA sind sehr gut.

Wir freuen uns auf die dritte gemeinsame Veranstaltung in 2019.
Burchard Schröder
Komm. Zuchtleiter

Das Beitragsbild: der Vorsitzende Wolfgang Eberhardt und sein Stellvertreter Alexander Hofmann gratulieren gemeinsam mit der neuen Zuchtleiterin Linda Kwabek dem Sieger der HLP IS Con Air vom Gestüt Ismer.

Alle Bilder: © Gudrun Waiditschka Link zu den Bildern