Informationen zum Thema CA – Zerebelläre Abiotrophie
Bereits vor einigen Wochen wurde an dieser Stelle zur CA-Problematik berichtet und Maßnahmen unseres Verbandes zur Vermeidung der weiteren Verbreitung angekündigt. In der Zwischenzeit ist die Diskussion um diese Erkrankung kaum abgeebbt, so dass es angeraten erscheint, zur Erkrankung als solcher und den geplanten Maßnahmen etwas verlauten zu lassen.
Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie:
Zerebelläre Abiotrophie (englisch Cerebellar Abitrophy, CA) ist eine genetisch bedingte neurologische Erkrankung von Tieren, am häufigsten bei bestimmten Pferde- und Hunderassen. Bei dieser Erkrankung kommt es zu einem Absterben der Purkinjezellen im Kleinhirn. Die Erkrankung zeigt sich vor allem bei jungen Tieren in Form von Gleichgewichtsstörungen und motorischen Ausfällen. Bei Pferden wurde sie bei Arabern und ihren Kreuzungen, den Miniatur-Pferden, dem Gotland-Pony und möglicherweise den Oldenburgern beobachtet. Einige Hunderassen, Katzen, sowie einige Rinder-, Schaf- und Schweinerassen sind betroffen.
Zerebelläre Abiotrophie entwickelt sich, wenn bestimmte Nervenzellen im Kleinhirn (die sogenannten Purkinjezellen) durch programmierten Zelltod absterben. Das Kleinhirn steuert alle Bewegungen; die Purkinjezellen beeinflussen besonders das Gleichgewicht, die Koordination und Feinmotorik.
Bei Pferden beginnen die Purkinjezellen in den meisten Fällen innerhalb der ersten 90 Lebenstage abzusterben. Die Erkrankung ist üblicherweise erkennbar, wenn das Fohlen jünger als sechs Monate ist. In manchen Fällen jedoch verläuft die Erkrankung so allmählich, dass sie erst bemerkt wird, wenn das Pferd zwei oder drei Jahre alt ist. Die meisten solcher Fälle fallen dann auf, wenn das Absetzen Stress auslöst, oder wenn das Jungpferd in Training gegeben wird.
Klinische Anzeichen (Symptome)
• Unkontrollierbare Bewegungen (Ataxie) oder Gleichgewichtsstörungen • Unbeholfen weit gespreizte Vorderbeine mit nah beieinander stehenden Fesselgelenken, • ein Zittern des Kopfes (Intentionstremor) • Hyperaktivität • mangelnder Drohreflex • drittes Augenlid (Nickhaut) zeigt verspätetes oder gar kein Zwinkern, • steife oder überhöhte Gangart aus der Schulter in die Vorhand, • grobes oder ruckartiges Kopfruckeln, wenn in Bewegung oder bei sehr jungen Tieren beim Versuch zu saugen, • Stehen auf abgeknickten Hufen oder Versuche so zu gehen, manchmal auch mit überkreuzten Beinen, • Schlechte Tiefenwahrnehmung und allgemeine Unfähigkeit, Raum und Entfernung einzuschätzen
In schwereren Fällen können Fohlen/Pferde Schwierigkeiten beim Aufstehen oder beim geradeaus Rückwärtsrichten haben. Enge Wendungen können zu Hinfallen oder seitwärts wegrutschenden Hinterbeinen führen. Betroffene Pferde sind anfällig für Unfälle, neigen dazu in feststehende Objekte zu rennen, fallen beim Steigen seitwärts und schlagen sich oft den Kopf an, was irrtümlich zum Eindruck führen kann, dass eine schwere Kopfverletzung die Ataxie verursacht habe. Das betroffene Pferd verfügt über normale Intelligenz, klare Sicht, guten Appetit und zeigt keine Muskelatrophie. Erbgang Bei Pferden wird Zerebelläre Abiotrophie monogen autosomal rezessiv vererbt. Pferde, die nur eine Kopie des Genes tragen, können es an ihre Nachkommen weitervererben, aber sie selbst sind ohne jegliche klinische Anzeichen der Erkrankung.
Die genetische Basis von CA wird zur Zeit am Veterinary Genetics Laboratory der University of California, Davis untersucht. Während die spezifische CA-verursachende Mutation noch unbekannt ist, wurde eine Gruppe benachbarter genetischer Marker identifiziert, die als DNA-Test für CA verwendet werden können. Züchter, die ihre Pferde vor der Anpaarung testen wollen, können den CA Test verwenden, um die Verpaarung zweier Träger zu vermeiden.
Literaturhinweise und weitere Einzelheiten finden Sie unter www.wikipedia.org
Untersuchungsmöglichkeiten Untersuchungen auf CA sind derzeit möglich in den USA und in den Niederlanden.
In Deutschland arbeitet die Tierärztliche Hochschule Hannover an dem CA-Problem und führt entsprechende Gen-Tests durch.
Tierärztliche Hochschule Hannover Bünteweg 2, 30559 Hannover Tel.: 0511-95360, Fax: 0511-953-8050 www.tiho-hannover.de Ansprechpartner: Prof. Dr. Ottmar Distl Institut für Tierzucht und Vererbungsforschung der TiHo Hannover Tel.: 0511-856-8875 oder 0511-953-8875
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Seitens des VZAPs werden Gespräche mit verschiedenen Instituten geführt hinsichtlich Möglichkeit und Kosten für einen Gentest. Diese Gespräche sind noch nicht abgeschlossen. Nach heutigem Wissensstand ist zu vermelden, dass das Unternehmen Gen Control in Grub keine Tests auf CA durchführen kann/darf wegen nicht erteilter Lizenzen. Informationen aus Hannover (TIHO) lassen erwarten, dass hier Testmöglichkeiten zu erträglichen Konditionen bestehen. Die TIHO Hannover testet an Blutproben, die von einem Tierarzt zu ziehen sind. Damit wäre auch die Authentizität der Blutprobe und damit die verbindliche Zuordnung des Testergebnisses gegeben, was für die Anerkennung durch unseren Verband zwingend notwendig ist. Der Zuchtausschuss des VZAPs hat sich wie auch der Vorstand seit November mit der Thematik befasst. Der Zuchtausschuss schlägt die CA-Testung aller neu einzutragenden Zuchtpferde ab Eintragungsjahr 2010 vor. Weitergehende Anträge von Mitgliedern an die Mitgliederversammlung haben die Untersuchung aller Fohlen zum Ziel. Der VZAP prüft derzeit Sinnhaftigkeit und Realisierungsmöglichkeiten unterschiedlicher Ansätze; wir sind dabei im guten Kontakt zur TIHO Hannover, deren Direktor des Institutes für Tierzucht und Vererbungsforschung, Prof. Dr. Ottmar Distl anlässlich unserer Mitgliederversammlung am 17. April 2010 in Bad Hersfeld einen Fachvortrag zum Thema Erbkrankheiten beim Arabischen Pferd halten wird. Wir hoffen, mit diesen Ausführungen Klarheit in die Sachlage gebracht zu haben; für Rückfragen und weitere Auskünfte steht Ihnen die Verbandsgeschäftsstelle gern zur Verfügung.
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